Kardinal Woelki redet Ratsmehrheit ins Gewissen

Die auf dem IHK-Neujahrsempfang geäußerte Kritik von Kardinal Woelki an der geplanten Ansiedlung einer Primark-Filiale am Döppersberg schlägt hohe Wellen.

Marc Schulz, GRÜNER Fraktionsvorsitzender am Rat:

„Der Wuppertaler Katholikenrat und Stadtdechant Dr. Bruno Kurth haben sich bereits gegen die Ansiedlung eines Primark ausgesprochen, nun auch der oberste katholische Würdenträger im Bistum. Dies muss gerade den Christdemokraten in Wuppertal zu denken geben. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßt ausdrücklich den Hinweis des Kardinals auf die Wuppertaler Väter der sozialen Bewegung Friedrich Engels und Adolf Kolping, die sich schon im Zeitalter der Industrialisierung für faire und soziale Arbeitsbedingungen eingesetzt haben. Damit macht er den großen inhaltlichen Widerspruch deutlich, der insbesondere in unserer Stadt mit der Ansiedlung des Textildiscounters Primark am Döppersberg entsteht.“

Marcel Simon, Stadtverordneter und Mitglied im Ausschuss für Soziales, Familie und Gesundheit:

„Wir teilen die Auffassung von Kardinal Woelki, dass Primark für ein ausbeuterisches Wirtschaftsystem steht. Errungenschaften und Standards im sozialen und ökologischen Bereich, die bei uns Arbeitnehmer*innen und die Umwelt schützen, existieren in den Textilfabriken asiatischer Länder zum größten Teil nicht. Das Angebot an billigen Textilien rechtfertigt keineswegs die Verlagerung von Ausbeutung und Umweltzerstörung ins Ausland. Wir appellieren insbesondere an SPD und CDU, sich die Worte des Kardinals zu Herzen zu nehmen und das Thema der Arbeitsbedingungen der Primark-Beschäftigten in Wuppertal und der Beschäftigten in den Produktionsstätten in Asien weiter zu verfolgen, auch gegenüber dem Investor und dem Ankermieter. Unsere Fraktion wird das selbstverständlich tun.“

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