Sommer-Praktikum beim Ordnungsdienst

Letzte Woche Freitag habe ich ein eintägiges Praktikum beim Wuppertaler KOD gemacht. KOD steht für den Kommunalen Ordnungsdienst, der für die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in unserer Stadt zuständig ist. Oftmals wird die Arbeit des KOD gleichgesetzt mit der Jagd auf Falschparker, Raser, Radler ohne Licht und Kaugummiauspucker. Dabei ist sein Tätigkeitsbereich viel umfangreicher. Ein seit vier Tagen in einer Wohnung eingesperrter Kampfhund, eine Messy-Wohnung, ein halterloses, ausgebranntes Fahrzeug und mehrere Fälle von Lärmbelästigung: das waren die Highlights während meiner fünfstündigen Schicht. Dabei ist das nur ein winziger Ausschnitt aus dem Arbeitskatalog des Ordnungsdienstes. Gleichzeitig ist mir klar geworden, wie gering das Ansehen des KOD bei vielen Menschen ist (paradoxerweise ist die Aggressivität und Ablehnung nach Aussage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nirgendwo so groß wie auf der Nordbahntrasse). Und mir ist klar geworden, dass mit der vorhandenen Zahl an Angestellten die gewünschte Präsenz gerade an konfliktreichen Orten nicht hergestellt werden kann. Wir brauchen keine „neue Robustheit“, keine Symbol-Politik mit Videoüberwachung oder sonstiges Law&Order-Gedöns, das über eine Placebo-Wirkung nicht hinausgeht, sondern einen handlungsfähigen Kommunalen Ordnungsdienst mit mehr Präsenz vor Ort und eine deutliche Steigerung der Akzeptanz seiner Arbeit in der Bevölkerung.

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