Wie ist das eigentlich so im Rat?

Demnächst werden die Sitzungen des Wuppertaler Stadtrates [intlink id=“1779″ type=“post“]live im Internet übertragen[/intlink]. Ein bisschen haben auch wir GRÜNE [intlink id=“1782″ type=“post“]mit einem Antrag [/intlink]dazu beigetragen, der zwar nicht beschlossen wurde, da die große Koalition, [intlink id=“1620″ type=“post“]die sich zuvor nicht für das Thema interessiert hatte[/intlink], am Sitzungstag plötzlich einen eigenen Antrag aus der Tasche zog, um unserer Initiative nicht zustimmen zu müssen und der OB Kraft seines Amtes als Sitzungsleiter diese Position ziemlich plump ausnutzte, um den seit Monaten (genau gesagt seit September) [intlink id=“1665″ type=“post“]vorliegenden Antrag von GRÜNEN, FDP und Linken [/intlink]beiseite zu wischen, aber immerhin wäre ohne diesen Original-Antrag wahrscheinlich gar kein Beschluss getroffen worden. Bald wird man sich nun selber ein Bild vom selbstgerechten Politikstil unseres nach Außen hin so jovial auftretenden Oberbürgermeisters machen können, ohne dabei eines der raren Tickets für die Ratstribüne erringen zu müssen. Wer vorher schon mal eine Vorahnung davon erhalten möchte, wie ein solches Ereignis normalerweise abläuft, kann dies in der heutigen Ausgaben der Welt am Sonntag tun. Aber Vorsicht: Es handelt sich hierbei nicht etwa um eine satirische Übertreibung, sondern um eine ziemlich treffende Darstellung der Kultur-Debatte vom vergangenen Montag, wie etwa in dieser Passage:

Peter Jung zog durch, unbeirrt, kühl, emotionslos. Die Mehrheit der großen Koalition stand. CDU-Ratsherr Köster hatte während seiner halben Rede die Hände in den Hosentaschen. SPD-Kollege Reese giftete mit billigem Zynismus gegen die kleinen Parteien. Die Leute, die einen großen Teil zur Wuppertaler Finanzkatastrophe beigetragen haben, führen sich immer noch wie die großen Maxe auf. Und Peter Jung lässt sie gewähren. Hauptsache, kein Bürger stört weiter die Sitzung. Das ist in der Tagesordnung nämlich nicht vorgesehen

Und leider stellte diese Diskussion auch keine unrühmliche Ausnahme, sondern das normale politische Klima Wuppertaler Ratssitzungen dar. Aber demnächst wird es ja einem breiten Publikum möglich sein, sich selbst ein Bild von der politischen Kultur im Tal zu machen. Vielleicht gelingt es dann ja den im Artikel explizit Genannten und dem OB an erster Stelle die Sitzungen und Debatten wirklich ernst zu nehmen.

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