BHC-Arena: Drum prüfe, wer sich ewig bindet…

Die Diskussion über den richtigen Standort der BHC-Arena braucht Zeit und eine vernünftige inhaltliche Grundlage. Erst jetzt wurde die Untersuchung der Alternativgrundstücke vorgelegt und zeigt: es gibt gute und flächenschonende Alternativen zum Piepersberg.

Die erste Handball-Bundesliga gilt gemeinhin als die stärkste Handball-Liga der Welt. Wuppertal und das Bergische Städtedreieck können also stolz darauf sein, dass eine von achtzehn Mannschaften aus der Region kommt. Damit das so bleibt braucht der Bergische Handball-Club eine wettbewerbsfähige Spielstätte, denn die Wuppertaler Uni-Halle, aber insbesondere auch die Solinger Klingelhalle können mit den meisten Arenen in der Liga in Punkto Größe und „Erlebnisfaktor“ sicherlich nicht mithalten. Die Frage, die die Politik derzeit beschäftigt, lautet: wo genau ist der richtige Standort für eine neue Event-Arena?

Bislang wurden alle Planungen auf ein Gelände knapp hinter der Wuppertaler Stadtgrenze, zwischen Vohwinkel und Solingen konzentriert: Piepersberg-West. Die Fläche ist unbebaut und wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Damit steht sie natürlich bei der Frage der Bebau- und Verfügbarkeit sowie der Kosten ganz oben in der Rangliste der optimalen Flächen, denn unbebaute Flächen zu versiegeln ist leider immer noch billiger als zum Beispiel die Reaktivierung einer Brachfläche. Gleichzeitig stellt das Gelände am Piepersberg das Kernstück eines der wichtigsten Biotopverbünde im rechtsrheinischen Raum dar. Aus Umweltgesichtspunkten (die bei der Kostenbetrachtung natürlich keine besondere Rolle spielen) ist dieser Standort also äußerst kritisch zu bewerten. Deshalb haben wir GRÜNE uns schon frühzeitig nach Alternativen umgesehen und sind tatsächlich auch fündig geworden:

© Matthias Kehren

© Matthias Kehren

das Gelände des ehemaligen Freizeitbades Bergische Sonne auf Lichtscheid, das momentan am Markt ist und von der Lage her ideal wäre für eine Eventarena für das Bergische Städtedreieck.

Statt aber frühzeitig die Möglichkeit einzuräumen über Standortalternativen zu diskutieren, fokussierten der BHC und die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) sowie die Stadtspitzen von Solingen und Wuppertal die Planungen auf den Piepersberg. Erst jetzt, wo in der Bezirksvertretung Vohwinkel und im Wuppertaler Stadtentwicklungsausschuss der Bebauungsplan aufgestellt werden soll, der die verkehrliche Anbindung der Arena auf Wuppertaler Gebiet ermöglichen soll, wird auch eine Untersuchung der anderen möglichen Standorte vorgelegt.

Spannendes Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass bei den sieben in Wuppertal untersuchten möglichen Flächen das von uns GRÜNEN ins Gespräch gebrachte Grundstück des ehemaligen Freizeitbades Bergische Sonne am besten abschneidet, nur unwesentlich schlechter als der Piepersberg. Außerdem weist die Bewertung der Flächen einige Ungereimtheiten auf: so ist beim Vergleich der Flächen die Frage der Flächenschonung (Piepersberg-West ist aktuell unbebaut, die Fläche auf Lichtscheid hingegen eine schon versiegelte Brachfläche) nicht ausreichend berücksichtigt worden und auch die gleiche Bewertung der Lage der beiden potentiellen Standorte ist nicht schlüssig, immerhin liegt die ehemalige Bergische Sonne genau im Zentrum des Bergischen Städtedreiecks, wohingegen der Piepersberg am Rand des bergischen Städtedreiecks liegt (die Halle wäre dort sogar näher an Düsseldorf gelegen als zum Beispiel am östlichen Wuppertaler Stadtteil Langerfeld). Insgesamt ist aus dieser Untersuchung eben nicht ableitbar, dass der Piepersberg der idealere Standort ist.

Offensichtlich war auch die CDU nicht von den Ergebnissen dieser Untersuchung überzeugt und beantragte daher eine Verschiebung der Entscheidung im Ausschuss, um das Thema weiter beraten zu können. Und auch aus der SPD kam Kritik an den Plänen: der Vohwinkeler Bezirksbürgermeister Fragemann, immerhin auch Vorsitzender der Wuppertaler Sozialdemokraten, begründete seine Ablehnung des Standortes Piepersberg mit den Belastungen für die unmittelbaren Nachbarn auf Wuppertaler Gebiet.

Die Untersuchung macht vor allem deutlich, dass es interessante (und flächenschonende) Alternativen gibt und daher eine öffentliche Diskussion über den Arena-Standort sinnvoll und notwendig wäre. Dafür braucht es aber eben eine vernünftige Diskussionsgrundlage wie die Standortuntersuchung. Dass diese erst jetzt vorgelegt wird, wo in Solingen nun bereits Nägel mit Köpfen gemacht wird, ist unverständlich.

Anders als die F.D.P. finde ich das Verhalten der Wuppertaler CDU sehr nachvollziehbar und vernünftig. Die F.D.P. hingegen muss sich fragen lassen, warum sie sich heute strikt gegen eine weitere Beratung ausspricht, wo sich doch selber noch vor drei Monaten für eine Prüfung alternativer Standorte ausgesprochen hat.

Wir wollen einerseits, dass der BHC optimale Rahmenbedingungen für seine weitere sportliche Entwicklung bekommt und daher den besten Standort für seine Halle bekommt und andererseits, dass dabei so wenig zusätzlicher Flächenverbrauch wie möglich entsteht. Bei der Suche nach dem richtigen Standort für die BHC-Arena braucht es Zeit statt Aktionismus.

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