Kulturpolitisches Debakel muss verhindert werden

Angesichts der Hiobsbotschaften rund um die finanzielle Situation der Wuppertaler Bühnen erklärt Marc Schulz, Oberbürgermeister-Kandidat der Wuppertaler Grünen:

„Die Wuppertaler Kultur kommt unter dem amtierenden Oberbürgermeister einfach nicht zur Ruhe. Jahrelang wurden die Bühnen von Jung und Slawig mit Unterstützung der großen Koalition im Rat systematisch an der kurzen Leine gehalten und durch umstrittene Entscheidungen, wie der Schließung des Schauspielhauses, dem Verzicht auf ein festes Opern-Ensemble, der Demission der Intendanten von Treskow und Weigand und der Kürzung der städtischen Zuschüsse, in permanente Unruhe versetzt. Ausgerechnet der angebliche Kulturfreund Jung sorgt damit für eine nachhaltige Schädigung von Oper und Schauspiel in unserer Stadt. Wenn nun alleine dem Aufsichtsrat der Bühnen, dessen Vorsitz der für die Gesamtsituation mitverantwortliche OB Jung erst jüngst abgegeben hat, die Aufgabe übertragen wird, eine Lösung zu finden, dann ist das der falsche Weg. Weiteres Kürzungspotential ist bei den Bühnen nicht erkennbar und ein großer Teil der städtischen Streichungen wurde bereits von den Theaterfreunden kompensiert, so dass nun allein die Stadt in der Verantwortung steht, ihren Zuschuss auf ein angemessenes Maß anzuheben, wenn die Schließung der Theatersparte verhindert werden soll.

Allerdings muss in der Debatte auch berücksichtigt werden, dass die verheerende Kulturpolitik des Oberbürgermeisters nur dank der treuen und unerschütterlichen Unterstützung durch die großkoalitionäre Mehrheit im Rat umgesetzt werden konnte. Weder CDU noch die SPD haben erkennbar Widerstand geleistet, als 2012 die massiven Kürzung der städtischen Zuschüsse bei den Bühnen in den Rat eingebracht wurden, sondern haben mit ihrer Zustimmung den Grundstein für die aktuell existenzbedrohende Lage gelegt. Es ist also wohlfeil, wenn der Kandidat der SPD nun so tut, als wäre alleine OB Jung für die derzeitige Situation verantwortlich. Herr Mucke sollte vielleicht zunächst in seiner eigenen Fraktion für den Erhalt und die Stärkung des Drei-Sparten-Theaters werben, bevor er die Schuld ausschließlich bei anderen sucht. Es zeigt sich, dass Wuppertal dringend ein politisches Gegengewicht zur großen Ratskoalition braucht. Als Oberbürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, dass die Theaterstadt Wuppertal zukünftig allein durch ihr kulturelles Angebot und nicht durch eine chaotische Kulturpolitik von sich Reden macht“.

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