Wahlprüfsteine: Bergische Blätter

  • Was wollen Sie grundlegend anders machen als Peter Jung?

Ich möchte das Amt des Oberbürgermeisters deutlich politischer gestalten, als es vom amtierenden Amtsinhaber interpretiert wird. Der OB ist nicht nur Repräsentant der Stadt, sondern auch Chef der Verwaltung. Diese Aufgabe wird momentan fast ausschließlich vom Stadtdirektor ausgeübt. Und ich werde mich dafür einsetzen, dass es mehr Mitwirkungsmöglichkeiten und ernstgemeinte Bürgerbeteiligung in der Stadt gibt.

  • Wie wollen Sie die Bürger an Ihrer Politik beteiligen?

Als Oberbürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, dass Bürgerbeteiligung ein ernst gemeintes Angebot an die Bürgerinnen und Bürger ist, um ihre Ideen und Vorschläge für wichtige Entscheidungsprozesse einzuholen. Dazu möchte ich viele verschiedene Mitwirkungsmöglichkeiten schaffen: anlassbezogen wenn zum Beispiel Wohnviertel geplant werden oder Quartiere umgeplant werden sollen, zielgruppenbezogen zum Thema altengerechtes Leben in Wuppertal oder mit Kinder- und Jugendwerkstätten bei der Planung von Spielplätzen und -flächen, und im Rahmen von Bürgerversammlungen in den Bezirken, zu denen ich turnusmäßig (einmal im Jahr pro Bezirk) gemeinsam mit den jeweiligen Bezirksbürgermeistern und den örtlichen Bürgervereinen einladen werde, um öffentlich über aktuelle Vorhaben und Projekte im Stadtteil zu berichten und mit den Bürgerinnen und Bürgern über ihre Anliegen und Anregungen für den Bezirk zu reden.

  • Welche Punkte in der Stadtentwicklung sind für Sie die wichtigsten?

– Lebenswerte Wohnquartiere: Funktionierende Strukturen in den Wohnquartieren sind das A und O für eine attraktive Stadt: fußläufig erreichbare Geschäfte des täglichen Bedarfs, ein leistungsfähiger ÖPNV, starke soziale Strukturen, attraktiver und bezahlbarer Wohnraum und Freizeitangebote für Jugendliche und Kinder sorgen für lebendige Bezirke und eine Stadt der kurzen Wege.
– Wuppertal als grüne Stadt erhalten durch eine Stadtentwicklung, die auf die Entwicklung von Brachflächen in der Innenstadt setzt und die Außenbereich, insbesondere auf der grünen Wiese, schont

  • Wie sollte mit dem Thema Integration und Flüchtlinge umgegangen werden?

Wuppertal ist mit seinem Konzept einer dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen Vorreiter. Diese Strategie werde ich fortsetzen. Und ich werde die Flüchtlingsinitiativen in unserer Stadt, die ein wichtiger Bestandteil unserer Willkommenskultur sind, in ihrer wertvollen Arbeit unterstützen. Gegenüber Bund und Land werde ich mich dafür einsetzen, dass sie die Kommunen deutlich von den Kosten für die Versorgung und Unterbringung entlasten.

  • Wo sehen Sie in der Stadt noch Sparpotenzial?

Durch die vielen Sparrunden der letzten Jahre ist das Sparpotenzial im kommunalen Haushalt weitgehend ausgeschöpft. Allerdings sehe ich trotzdem Möglichkeiten, innerhalb dieses engen Rahmens noch Prioriäten zu setzen. Statt der Schaffung zusätzlicher, teurer Dezernentenstellen setze ich mich dafür ein, dass die vorhandenen Mittel verstärkt in die Kinder- und Familienfreundlichkeit, in Maßnahmen zur Förderung des Klimaschutzes (Stärkung ÖPNV und weiterer Ausbau von klimafreundlichen Verkehrsangeboten wie z. B. Fahrradverkehr) und in den Bürgerservice (Wiederöffnung der Bürgerbüros in den Stadtteilen, um die Warteschlangen vor dem Einwohnermeldeamt wirksam abzubauen).

  • Wie wollen Sie junge Wähler von sich überzeugen?

Ich setze mich für mehr Beteiligungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten für Jugendliche an der Gestaltung ihres Umfeldes ein, für bezahlbaren und attraktiven Wohnraum, für Schulen, die längeres gemeinsames Lernen auch nach der vierten Klasse ermöglichen und für mehr Freiräume in der Stadt und Sport- und Freizeitangebote für junge Menschen.

  • Wie wollen Sie die Bergische Kooperation vorantreiben?

Die Zusammenarbeit im Bergischen ist ein hohes Gut und vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen auch für Wuppertal zwingend notwendig. Deshalb profitiert auch unsere Stadt von dieser Kooperation. Ich möchte aber auch dafür sorgen, dass der Gedanke der Bergischen Zusammenarbeit zukünftig nicht nur auf der politischen Ebene, sondern auch in den Köpfen der Menschen in Remscheid, Solingen und Wuppertal stärker verankert wird, damit das Bergische nicht nur ein organisatorisches Konstrukt bleibt, sondern von allen in der Region stärker gelebt wird.

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