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WZ: Wir haben über Jahre unsere Aufgaben nicht erledigt

Im Zuge der Debatte rund um die von der Ratsmehrheit von CDU und SPD angekündigte Ausweisung neuer Bauflächen in Höhe von 110 Hektar habe ich im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung die Position der Wuppertaler Grünen deutlich gemacht und auf mögliche Alternativen zur drohenden Bebauung auf der grünen Wiese aufmerksam gemacht:

„Wuppertals Bevölkerungszahl ist seit den 1990er Jahren von 420 000 zwischenzeitlich auf 350 000 gesunken. Im selben Zeitraum hat die bebaute Fläche aber zugenommen“, sagt Schulz im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung. Er zitiert Statistiken, nach denen die besiedelte Fläche um 16 Prozent gewachsen, die Freifläche hingegen um 2,2 Prozent geschrumpft ist. „Und die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist sogar um 23 Prozent geschrumpft“, sagt Schulz. Das sei nicht zuletzt im Hinblick auf die regionale Versorgung mit Lebensmitteln eine schlechte Tendenz.

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Dabei sei die sogenannte Nachverdichtung ebenso geeignet, Bauland zu gewinnen, wie das Reaktivieren von Brachflächen in der Innenstadt. Und auch manch ungenutzter Büroraum könne für Wohnen hergerichtet werden, auch für Hochwertiges. „Wer sagt denn, dass die Besserverdienenden aus Düsseldorf oder Köln unbedingt am Stadtrand wohnen wollen? Auch für Familien mit Kindern ist Citylage wegen der Versorgung mit Kindergärten und Schulen besser“, sagt Schulz.

Hinzu komme, dass neues Bauland an der Peripherie immer auch hohe Kosten eben für neue Kindergärten mit sich brächte. „Ich sage nicht, dass wir kein interessantes Angebot schaffen müssen. Ich warne nur vor einfachen Lösungen, die hohe Folgekosten verursachen.“

Schulz kritisiert, dass Wuppertal sich in der Siedlungsfrage wie Düsseldorf verhalten wolle. Dort gebe es tatsächlich Druck auf den Wohnungsmarkt und müsse auf den Stadtrand ausgewichen werden. In Wuppertal hingegen nicht. „Wir haben allein 70 Hektar Brachflächen. Was fehlt sind Konzepte für Flächenrecycling und zur Nachverdichtung.“

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